Die Allianz: ein Erfahrungsbericht über eine unverschämte Versicherungsgesellschaft
Geschrieben am So, 4. Apr 2010 von ramack in Gesellschaft
Schlüsselworte: Allianz, Einzugsermächtigung, Kündigung, Recht, Versicherungen, Verträge
Angefangen hat alles ganz einfach, mit einem Auto und einer Versicherung bei der Allianz. Eigentlich sogar zwei: KFZ- und Rechtsschutz-Versicherung. Im Zuge eines Fahrzeugtausches nahmen wir auch die Versicherung etwas näher unter die Lupe und stellten fest, dass ein Wechsel weg von der Allianz auf jeden Fall finanziell lohnenswert ist. Unsere neue Versicherung ist trotz deutlich größerem Auto günstiger.
Im November letzten Jahres jedenfalls, kauften wir das neue Auto, kündigten beide Versicherungen bei unserem Versicherungsvertreter zum 31.12.2009 und entzogen der Versicherung die Einzugsermächtigung auf unser Konto. Der gute Mann hat es (bis heute) nicht geschafft sich bei uns zu melden, darum habe wir Mitte Dezember ein weiteres Kündigungsschreiben mit gleichem Inhalt direkt an die Allianz geschickt.
Noch im alten Jahr hat uns die Allianz in einem Brief mitgeteilt, dass die KFZ-Versicherung zum 31.12.2009 beendet wird und ohne weiteren Gedanken hefteten wir diesen Brief ab. In der Überzeugung kein Vertragsverhältnis mehr zur Allianz zu haben, denn wir baten zusätzlich in den Kündigungsschreiben um schriftliche Information über jegliche weitere Verträge.
Im März kam dann überraschend der Beitragsbescheid für die Rechtsschutz-Versicherung, mit dem Hinweis, dass der zum 01.04.2010 fällige Betrag von unserem Konto abgebucht werden wird. Das hat mich dazu veranlasst die Kündigungsbestätigung vom letzten Jahr nochmals rauszukramen, und tatsächlich kein Wort von der Rechtsschutzversicherung. Ein Anruf bei der angegebenen Telefonnummer endete mit der Erkenntnis, dass am anderen Ende der Leitung eine arme Frau saß, die weder Einblick in den Schriftverkehr noch irgendwelche Entscheidungskompetenzen hat. Ein paar Tage später kam ein weiteres Schreiben mit dem Hinweis:
Nach den allgemeinen Versicherungsbedingungen ist der Ablauf Ihres Rechtsschutzvertrages der 04.04.11.Daher ist eine Kündigung auch nur zu diesem – und nicht zu einem früheren – Datum rechtswirksam.
Das wurde noch gefolgt von ein paar Absätzen bla bla, mit den “Vorzügen” dieser Versicherung. Am 01.04.2010 wurde dann unser Konto entsprechend belastet.
Es könnte tatsächlich sein, dass die Kündigung die bei der Allianz eingegangen ist nicht rechtswirksam ist, weil sie zum 31.12.2009 statt zum 30.03.2010 ausgesprochen wurde. Aber selbst dann ist es eine Unverschämtheit, dass den Kunden in einem solchen Fall nicht schriftlich mitgeteilt wird, dass die Versicherung weitergeführt wird. Für den Einzug per Lastschriftenverfahren gibt es jedenfalls ganz sicher keine rechtliche Grundlage und ich werde jetzt erstmal meine Bank zu einer Rückbuchung veranlassen.
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Hallo,
ja, das stimmt (leider) so.
Jeder Vertragb ist rechtlich eigenständig und Bedarf einer gesonderten Kündigung. Da der Ablauf der RS nicht zeitgleich mit den Kraftverträgen war, endet der Vertrag eben etwas später.
Grundsätzlich hilft ein gutes Verhältnis mit dem Vertreter, Unstimmigkeiten zu vermeiden. So hätte er ihnen sagen können, daß die beiden Kraftverträge zwar wunschgemäß zum Jahresende frei sind, aber die Rechtschutz eben noch etwas länger läuft.
Ihr Vorteil: Sie haben noch Rechtschutz bis zum Ablauf des Vertrages, ein Nachversicherer verschiebt den Beginn seiner Rechtschutz auf Ihren Hinweis hin gerne problemlos bis zum Ablauf der “alten”.
Viele Grüße
am 31. Juli 2010 um 12:41Michael
Das war uns ja klar, dass die Rechtschutzversicherung noch länger läuft und wir haben nicht erwartet, dass wir schon bezahlte Beiträge zurückbekommen. Aber die Versicherung wollte ja den Vertrag nach Ablauf des Versicherungsjahres nochmals weiterführen. Wie gesagt, wir hatten beide Versicherungen gekündigt, allerdings in einem Schreiben und eine zu einem Termin, auf den man eben nicht kündigen kann. – Im Nachhinein würde ich sagen hätten wir Anfang des Jahres ein Schreiben erwartet in dem steht: “Die Kündigung der Kraftfahrzeugversicherung haben wir auf 31.12.2009 angenommen, die Rechtschutzversicherung beenden wir auf 31.03.2010″. Ich glaube, dass einfach unser Schreiben bei der Allianz nur von einer Stelle bearbeitet wurde, und sie vergessen haben es an die Abteilung für die Rechtsschutzversicherung weiterzuleiten.
Aber es gibt noch Neuigkeiten: Wir hatten uns ja nochmals beklagt und die Allianz hat uns dann gebeten, das Kündigungsschreiben nochmals zu senden und eine Kopie des Rückscheins beizulegen. Danach kam dann eine Notiz, dass die Versicherung auch als beendet akzeptiert wurde.
Ein guter Kontakt zu dem Versicherungsvertreter hätte sicherlich geholfen. Aber zu ihm hatten wir das Schreiben ja zu allererst geschickt und bis HEUTE KEINE Rückmeldung erhalten. Darum haben wir in Berlin direkt gekündigt…
am 31. Juli 2010 um 16:09Hallo Ramack,
in diesem Fall handelt jedes Unternehmen gleich und läuft nicht jedem Kunden hinterher, der keine korrekte Kündigung schreibt.
Ich arbeite selber in einem großen Unternehmen und weiß aus Erfahrung, dass es eine ordentliche Kündigung nur mit Einhalten der rechtlichen Grundlagen rechtswirksam ist bzw. akzeptiert wird.
In Zukunft einfach zum “nächstmöglichen Zeitpunkt” kündigen, dann entstehen erst garkeine Missverständnisse.
Um so kullanter ist es, dass die ehemalige Versicherung die Kündigung doch noch akzeptiert hat.
Ich weiß nur, dass sich mein Unternehmen dabei krumm gestellt hätte.
Und was den Vertreter angeht – ich habe die Erfahrung gemacht, dass der perönliche Kontakt immer der beste ist. Vielleicht wäre dieser ganze Streit durch ein kurzes Telefonat sofort erledigt gewesen.
am 14. November 2010 um 00:52Hallo Mareike,
am 14. November 2010 um 23:50also, dass jedes Unternehmen gleich ist kann ich so nicht bestätigen. Es gibt da durchaus Unterschiede.
Eine falsch formulierte Kündigung nicht zu akzeptieren ist das eine, sich jedoch über diese Tatsache auszuschweigen ist einfach nicht fair. Wir hatten ja ein Schreiben bekommen, in dem steht, dass die KFZ-Versicherung beendet wurde, da wäre meiner Ansicht nach ein weiterer Satz wie “Die Kündigung der Rechtsschutzversicherung zu dem angegebenen Termin kann leider nicht akzeptiert werden.” wäre da nicht zu viel verlangt gewesen. Wir hatten damals einfach das Schreiben nciht aufmerksam gelesen und nicht gemerkt, dass nur die Kündigung der einen Versicherung bestätigt wurde.
Gerne würde ich jetzt fragen, bei welchem Unternehmen du arbeitest – einfach um es in Zukunft zu meiden, aber da du das eh nicht beantworten könntest lass ich das
Persönlicher Kontakt zum Vertreter ist sicherlich gut, klar. Wir wohnen inzwischen weit weg von ihm und haben einfach nichts mehr mit ihm zu tun. Und ich habe eben die Erfahrung gemacht, dass ein Telefonat oft gar nichts bewirkt. Solange nichts schriftlich vorliegt, am besten mit Einschreiben und Rückschein, passiert gar nichts. Schon gar nicht, wenn es um Kündigungen geht. Das ist zwar auch ein Zustand den ich fürchterlich finde, aber was kann ich da tun, außer mir gleich das sinnlose Telefonat sparen und den Brief zu schicken? Dazu kommt noch, dass ich berufstätig bin und solche Dinge gerne abends erledige, wenn die Vertreter schon Feierabend haben…
Hallo,
bei einer Versicherung geht es immer um Geld (Wert der versicherten Sache und auch der Beitrag dazu) und Vertrauen (zum Vertreter und ggf. seiner Gesellschaft).
Das muß passen.
Sie haben recht, die AZ hätte ein kurzes Schreiben abfassen können, mit dem Hinweis auf die Nichtannahme der RS-Kündigung.
Da Kraft und Rechtschutz in verschiedenen Abteilungen geführt werden, kann es vorkommen, daß das Schreiben in einer Abteilung verbleibt und nicht weitergeleitet wird. So kann es passieren, daß Sie nicht angeschrieben werden.
Was würde ich an Ihrer Stelle machen (oder jetzt: gemacht haben)? Ich hätte zum Telefon gegriffen, angerufen und auf die ordentliche Kündigung verwiesen. Mit der Bitte, aufgrund der ausgebliebenen Bestätigung bzw. Ablehnung hätten Sie nämlich durchaus noch in der Frist auch die RS kündigen können, wenn nur eine Bestätigung von der Abteilung gekommen wäre …
am 15. November 2010 um 09:30Bedenken Sie immer, daß auch dort nur Menschen arbeiten, mit ihren Fehlern und Eigenheiten. Ein “harten Kurs” wird wohl nicht so erfolgreich sein, wie ein “miteinander”. Vielleicht treffen Sie auf einen verständnisvollen Angestellten, der die Sache mit Ihren Augen sieht und den Vertrag aufhebt sowie das Geld zurück erstattet.
Ich drücke Ihnen die Daumen.
Alles Gute,
Michael
Ja, das liebe Geld. Ist klar, dass es der Versicherung nur darum geht. – Mir geht es ja auch nur darum. Zumindest im Bezug auf die Versicherungen könnte man das vereinfacht so sagen. Ich schließe sie ab um im Schadensfall nicht ganz ohne Geld dazustehen. Nichts desto trotz wäre es schön, wenn WIR in unserer Gesellschaft (ja, auch ich bin manchmal zu stur) die Menschen mehr in den Mittelpunkt stellen würden.
Wir hatten ja auf die Rechnung fürs Folgejahr hin zuerst angerufen, doch leider haben wir niemanden erreicht, der Zugriff auf die Schreiben von uns gehabt hätte geschweige denn irgendeine Entscheidungsbefugnis irgendetwas mit unserem Vertrag zu machen. – Wir bekamen nur ein paar Tage drauf ein Schreiben, das keinerlei Bezug genommen hat zu der Tatsache dass wir bereits versucht hatten zu kündigen.
Michael, ansich gebe ich dir völlig recht, dass ein “miteinander” ‘nem “harten Kurs” vorzuziehen ist. Aber ich habe eben die Erfahrung gemacht, dass je größer das Unternehmen ist, desto weniger Erfolg hat ein freundliches Miteinander.
Technisch gesehen is tdie Sache für mich abgeschlossen, die Kündigung wurde ja im Nachhinein dann (kulanter Weise) akzeptiert. Gesellschaftlich frage ich mich aber trotzdem wie wir diesbezüglich voran kommen könnten. Denn ich wünsche mir eine Welt, in der der Wille und die Bedürfnisse des einzelnen Menschen beachtet werden und nicht nur Paragraphen und Termine zählen. Eine alte Frau oder ein Harz-IV-Empfänger in meiner Situation hätte vermutlich nicht die Ausdauer und Motivation gehabt mehrfach an die Allianz zu schreiben und es hingenommen eine für Sie/Ihn nicht mehr sinnvolle Versicherung noch ein weiteres Jahr zu bezahlen. Bei Menschen mit niedrigem Bildungsstand sehe ich das als Abzocke, denn eine rechtlich korrekte und wasserdichte Kündigung zu schreiben ist für sie genauso schwer wie die ganzen Vertragsbedingungen zu verstehen.
Übrigend vielen Dank für die interessante Diskussion.
Grüße,
am 15. November 2010 um 21:00Rapha
Hallo Rapha,
Du hast vollkommen recht. Der Mensch sollte immer im Mittelpunkt stehen, und wenn die Vorschriften oder Vorgaben einen Einzelnen über Gebühr oder erheblich einschränken, die Gegenseite jedoch nicht, sollte man versuchen, eine kulante Regelung zu treffen. Ich nehme immer wieder gerne das Beispiel mit der Tempo-30-Zone vor der Schule: Wird man nachts um 3 geblitzt, so stelle ich mir die Frage nach dem Sinn. Klar, Vorschriften, aber für wen? Für den Stadtsäckel oder zum Schutze der Schüler?
am 17. November 2010 um 19:57Also, Vorschriften sollten m.E. immer individuell behandelt werden. Dazu müssen aber BEIDE Seiten flexibel und kompromissbereit sein.
Es freut mich, wenn es nun letztendlich geklappt hat.
Viele Grüße
Michael
leider hat die Allianz auch bei der schadensabwicklung nach Brandschaden bewiesen wie unmenschlich reagiert wird.
am 13. Dezember 2011 um 12:46suche geschädigte in dieser richtung.
18-02 brand – bis 13-12-11 schaden noch immer nicht endgültig reguliert!
Hallo Inge,
mh, das hört sich nicht gut an. Wünsche euch alles Gute, und dass ihr Recht bekommt!
Rapha
am 13. Dezember 2011 um 23:12Hallo Inge,
was ist denn nicht wie gewünscht reguliert worden?
Grundsätzlich sind Sachversicherungen Neuwertversicherungen, also kein Abzug fürs Alter.
Hast Du aber viellicht einen alten Vertrag, der die Deckung auf bestimmte Entschädigungsgrenzen hin beschränkt? Dort wäre es sehr wichtig gewesen, die Altverträge oder Kompakt-Verträge auf die Optimal-Deckung (gegen zum Teil wesentlich höheren Beitrag) umzustellen.
Bitte teile doch mit, was bei Dir nicht OK war.
Michael
am 14. Dezember 2011 um 12:15Allianz ist das unverschemste,böseste [...] Die Vermietler [...] machen die teuersten Urlaube. [...]
am 12. Januar 2012 um 21:32Hallo Agushi,
ich hatte lange überlegt, was ich mit deinem Kommentar mache. – Ich will nicht zensieren, aber deine Behauptungen sind so unsachlich, dass ich sie hier nicht stehen haben möchte. Auch wenn bei der Allianz nicht alles so läuft wie es soll ist ein solcher Tonfall nicht angebracht. Trotzdem danke für deinen Kommentar! – Das Netz lebt von Beteiligung. Wenn du den selben Inhalt nochmals neu formulierst und nicht einfach nur schimpfst, sondern deine Behauptungen belegen kannst, freue ich mich auf einen weiteren Kommentar von dir!
Grüße,
am 27. Januar 2012 um 23:12Rapha
Hallo Rapha,
dem schließe ich mich sofort mit an.
@agushi
Audi, Siemens, Velux-Fenster, und noch viele mehr belohnen die guten Mitarbeiter mit solchen Incentives. Und gut BLEIBT nur der Verkäufer/Vermittler, der seine Kunden nicht über den Tisch zieht und nicht nur auf sich schaut, sondern die Belange des Kunden voran stellt.
Wenn das bei deinem Vermittler nicht so ist, dann wechsel zu einem, der nach dem Motto verfährt.
M
am 28. Januar 2012 um 13:30