Angefangen hat alles ganz einfach, mit einem Auto und einer Versicherung bei der Allianz. Eigentlich sogar zwei: KFZ- und Rechtsschutz-Versicherung. Im Zuge eines Fahrzeugtausches nahmen wir auch die Versicherung etwas näher unter die Lupe und stellten fest, dass ein Wechsel weg von der Allianz auf jeden Fall finanziell lohnenswert ist. Unsere neue Versicherung ist trotz deutlich größerem Auto günstiger.

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Im November letzten Jahres jedenfalls, kauften wir das neue Auto, kündigten beide Versicherungen bei unserem Versicherungsvertreter zum 31.12.2009 und entzogen der Versicherung die Einzugsermächtigung auf unser Konto. Der gute Mann hat es (bis heute) nicht geschafft sich bei uns zu melden, darum habe wir Mitte Dezember ein weiteres Kündigungsschreiben mit gleichem Inhalt direkt an die Allianz geschickt.

Noch im alten Jahr hat uns die Allianz in einem Brief mitgeteilt, dass die KFZ-Versicherung zum 31.12.2009 beendet wird und ohne weiteren Gedanken hefteten wir diesen Brief ab. In der Überzeugung kein Vertragsverhältnis mehr zur Allianz zu haben, denn wir baten zusätzlich in den Kündigungsschreiben um schriftliche Information über jegliche weitere Verträge.

Im März kam dann überraschend der Beitragsbescheid für die Rechtsschutz-Versicherung, mit dem Hinweis, dass der zum 01.04.2010 fällige Betrag von unserem Konto abgebucht werden wird. Das hat mich dazu veranlasst die Kündigungsbestätigung vom letzten Jahr nochmals rauszukramen, und tatsächlich kein Wort von der Rechtsschutzversicherung. Ein Anruf bei der angegebenen Telefonnummer endete mit der Erkenntnis, dass am anderen Ende der Leitung eine arme Frau saß, die weder Einblick in den Schriftverkehr noch irgendwelche Entscheidungskompetenzen hat. Ein paar Tage später kam ein weiteres Schreiben mit dem Hinweis:

Nach den allgemeinen Versicherungsbedingungen ist der Ablauf Ihres Rechtsschutzvertrages der 04.04.11.

Daher ist eine Kündigung auch nur zu diesem – und nicht zu einem früheren – Datum rechtswirksam.

Das wurde noch gefolgt von ein paar Absätzen bla bla, mit den „Vorzügen“ dieser Versicherung. Am 01.04.2010 wurde dann unser Konto entsprechend belastet.

Es könnte tatsächlich sein, dass die Kündigung die bei der Allianz eingegangen ist nicht rechtswirksam ist, weil sie zum 31.12.2009 statt zum 30.03.2010 ausgesprochen wurde. Aber selbst dann ist es eine Unverschämtheit, dass den Kunden in einem solchen Fall nicht schriftlich mitgeteilt wird, dass die Versicherung weitergeführt wird. Für den Einzug per Lastschriftenverfahren gibt es jedenfalls ganz sicher keine rechtliche Grundlage und ich werde jetzt erstmal meine Bank zu einer Rückbuchung veranlassen.

[20] Kommentare (Schreibe einen Kommentar)

Foto von thelastminute (cc-by-de 2.0)Bundesinneminister De Maizière hat heute einen Aufsatz im Tagespiegel über „Echte Selbstbestimmung im Digitalen Datenverkehr“ veröffentlicht. – Ob er das nun wirklich selbst formuliert hat ist mir letztlich egal. Gut und wichtig finde ich, dass der Artikel geschrieben wurde. Ein paar Kommentare zum Inhalt kann ich mir jedoch nicht verkneifen:

Internet-Führerschein und Internet-TÜV

beides hält De Maizière für nicht nötig und unpraktikabel. Und er hat Recht. Was ich vermisse, um den Bürgern zu helfen in der Komplexität und Undurchschaubarkeit des Internets besser zurecht zu finden, ist ein Vorschlag zur Förderung der Medienkompetenz, speziell im Bereich der Schulbildung. Es gibt zwar in den meisten Schulen heute einen Computerraum mit Internetanschluss, aber es fehlt oft an Fachkräften die den Schülern nicht meilenweit unterlegen sind. Wie viele twitternde Lehrer gibt es denn in Deutschland? Und wie viele Pädagogen haben ein Gefühl dafür, was ihre Schüler (unbewusst) in sozialen Netzwerken von sich preisgeben?

Datenbrief

De Maizière plant die CCC-Idee des Datenbriefs näher zu betrachten. Das halte ich für lobenswert. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Bedenken der FDP ein wenig nachvollziehen kann. Für die Unternehmen würden hohe Kosten entstehen um jährlich die Kunden zu informieren, welche persönlichen Daten über sie gespeichert werden. Andererseits verpflichtet die Firmen ja keiner überhaupt irgendwelche Daten zu speichern. – Es besteht kein Grund Adressdaten auzubewahren, wenn nach einer Internetbestellung die Ware ausgeliefert wurde.
Ein Auskunfts-Recht auf die gespeicherten persönlichen Daten halte ich für sehr wichtig, man muss ja nicht gleich die Firmen dazu verpflichten unaufgefordert, jährlich diese Informationen zu versenden. Auskunft auf Nachfrage und ggf. per Online-Portal halte ich für ausreichend.

Internetkriminalität

sei heute ein sehr ernstes Problem. Auch das mag sein. Leider fehlt im Aufsatz ein Lösungsvorschlag. Ich halte weitere Gesetze (wie z. B. das Zugangserschwerungsgesetz) nicht für zielführend. Stattdessen brauchen wir eine bessere Ausbildung bei der Polizei. Das Internet ist heute schon kein Rechtsfreier Raum, es fehlt allein an Kontrollen und der Durchsetzung der bereits gültigen Verbote. – Vor 2 Jahren habe ich mein Informatikstudium abgeschlossen und wurde von vielen Firmen umworben, ich solle bei ihnen anfangen. Vom BKA und den LKAs habe ich nicht gehört, dass sie IT-Spezialisten suchen… Und ja, ich denke es muss mehr (Steuer-) Geld investiert werden um die Strafverfolgung im Internet voranzubringen. Das kann Dirk Matthies vom Großstadtrevier nicht noch nebenbei erledigen.

De-Mail

wird einfach zu nutzen sein. Der Staat definiert nur die grundlegenden Sicherheitsstandards. – Da bin ich ja gespannt ob dem Bürger wirklich die Freiheit gelassen wird sich den Anbieter selbst auszusuchen und sofern er die technischen Fähigkeiten hat, sein eigener Anbieter zu sein. Denn das ist meiner Ansicht nach absolut relevant um De Mizières Aussage Unverrückbar ist für mich, dass der Staat nicht selbst das Steuer anstelle seiner Bürger übernehmen darf, um Sicherheit zu gewährleisten. Er hat auch im virtuellen Raum die Freiheitsrechte des Bürgers strikt zu achten. umzusetzen.
Foto von ReclaBox (cc-by-nd-de 2.0)

Ich bin der Überzeugung, dass gesetzgeberische Maßnahmen nicht am Anfang netzpolitischer Überlegungen stehen sollten. – äähhmm, welche Partei hat vor etwa einem Jahr Hals-über-Kopf ein Gesetz auf den Weg gebracht, das jetzt gerade doch irgendwie vieleicht nicht umgesetzt wird?

Was für mich allerdings bleibt ist der Eindruck, dass De Maizière in seinem Aufsatz viele gute Erkenntnisse aus dem Dialog zur Netzpolitik verarbeitet hat, diese jedoch von der bisherigen (CDU-) Politik meilenweit entfernt sind. Es bleibt also abzuwarten (und zu hoffen), ob ein Umdenken und dann Taten folgen.
Wer sich am denken beteiligen möchte kann dies auf http://www.e-konsultation.de/netzpolitik/ tun. – Das BMI gibt sich offen für mehr Bürgerbeteiligung.

Übrigens auch auf Golem ist ein Statement zu De Maizeères Aufsatz zu lesen.

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Wer meine Texte liest oder mich kennt, hat sicherlich schon mal was von CreativeCommons (CC) gehört. Spätestens nach diesem privaten Blogeintrag. Falls eben doch nicht: die Idee von CreativeCommons ist, Kreative Inhalte der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. (Commons ist der englische Begriff für Allmende.) Wir können nur großes erreichen, indem wir Werke von anderen wiederverwenden. Das gilt im Besonderen für die Wissenschaft, aber auch kreative Werke können, dürfen und sollen aufeinander aufbauen.
Sir Isaac Newton drückte es so aus:

“If I have been able to see further (than you and Descartes), it is because I have stood on the shoulders of giants”

Seine Erkenntnisse wären also nicht möglich gewesen, ohne das Fundament von vielen großen Wissenschaftlern vorher.

Über CreativeCommons könnte man noch viel mehr schreiben, aber andere können das besser, darum will ich hier nur noch auf meine Bildergalerie verweisen. Einige meiner privaten Fotos sind dort öffentlich zugänglich und die meisten davon sollten unter einer CC-Lizenz stehen, so dass sie wiederverwendet und weiterverarbeitet werden dürfen. Einzige Bedingung ist, dass ich als Urheber genannt werde.

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Wie wollen wir leben?
Miteinander oder gegeneinander?
Vordrängelnd oder zuvorkommend?
Respektvoll oder verachtend?

Foto vom Deutschen Bundesarchiv (Lizenz CC: by-sa 3.0)

Ich versuche morgen mein Gegenüber zu achten. Ich will nicht alle seine Taten und Worte „richtig“ finden nach dem Motto: „Jeder lebt seine eigene Wahrheit“ aber ich will die Person akzeptieren und ihr freundlich begegnet. In dem Bewusstsein, dass auch ich nicht perfekt bin aber mit dem Versuch ein Vorbild zu sein.

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Warum legen wir unser Vermögen in Aktienfonds an, womit wir ein System unterstützten und ausnützen, indem es nur um kurzfristige Renditen der Investoren geht? Und dabei die Menschen Arbeitsmaschinen sowie unsere Umwelt einen Dreck geachtet werden? – Aber hinter Aktienfonds kann man sich ja so gut verstecken und aus der Verantwortung ziehen: ich entscheide ja nicht. Und dass man mit seinem Geld die Entscheidungen der großen unterstützt lässt sich verdrängen.

Foto von Baseking (via piqs.de), Lizenz: CC by 2.0

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Warum verbrennen wir Bodenschätze wie Öl und Gas, statt dass wir uns bessere Fenster und eine Solaranlage auf dem Dach leisten? Haben wir das Recht unseren Kindern diese Rohstoffe zu stehlen und dabei noch unser Klima auf Kosten der ärmeren (und größeren) Hälfte der Menschheit zu ruinieren?
Photo von: daveshine on flickr, Lizenz: cc-by-nc-2.0

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